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Kriegsgefangene und Militärinternierte

Die deutschen Kriegsgefangenenlager unterstanden dem Oberkommando der Wehrmacht. Sie wurden im Reichsgebiet den Wehrkreisen zugeordnet und mit römischen Zahlen und Buchstaben gekennzeichnet.

Viele Lager in Thüringen, auch die in und um Jena, unterstanden dem Mannschaftsstammlager (Stalag) IX C Bad Sulza. Für Heeresoffiziere und das Marine- und Luftwaffenpersonal der Alliierten existierten eigenständige Lager. Oft befanden sich 80 Prozent oder mehr der gefangenen Mannschaftsdienstgrade nicht im eigentlichen Stalag. Vielmehr wurden die Kriegsgefangenen in umliegenden Arbeitslagern kleiner oder mittlerer Größe eingesetzt.

Zwischen 1939 und 1945 gab es in Jena mindestens neun Kommandos, in denen französische, jugoslawische, polnische und sowjetische Gefangene arbeiteten mussten. Hinzu kamen slowakische und italienische Militärinternierte, die zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, weil sie nicht bereit waren, den vom NS-Regime gestützten Marionettenregierungen ihrer Heimatländer als Soldaten zu dienen.

In Jena mussten Gefangene und Militärinternierte unter anderem in den Unternehmen der Carl-Zeiss-Stiftung, in städtischen Betrieben, in der Landwirtschaft und im Zementwerk Göschwitz arbeiten. Ihre Behandlung vor Ort hing von der Herkunft ab. Westeuropäische Gefangene wurden zumeist relativ korrekt behandelt. Polnische, jugoslawische und italienische, vor allem aber sowjetische Gefangene wurden vielfach unzureichend versorgt und nicht selten misshandelt.

Der Kontakt zu deutschen Zivilisten blieb reglementiert, Liebesbeziehungen zwischen Frauen aus Jena und Gefangenen wurden zum Teil mit langen Haftstrafen geahndet. Die Zahl der Gefangenen und Internierten im Stadtgebiet lag besonders in der zweiten Kriegshälfte deutlich unter der der zivilen Zwangsarbeiter, betrug aber insgesamt vermutlich mehr als 2.000. Da viele Internierte und Gefangene später den Status ziviler Zwangsarbeiter erhielten, lässt sich ihre genaue Zahl nicht bestimmen. Auch die Zahl der Toten kann nicht mehr exakt ermittelt werden, über 20 sind uns namentlich bekannt.

Literatur

  • Overmans, Rüdiger: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches 1939 bis 1945, in: Echterkamp, Jörg/Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 9. Die Deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945. Zweiter Halbband. Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung, München 2005, S. 729 – 875.
  • Ruth-Barbara Schlenker/Udo Wohlfeld: Nationalsozialistische Lager in Bad Sulza. Ein Stadtrundgang, 2., überarb. Aufl., Apolda 2009.

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